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Ruhestand für meinen Führhund Quinto

 

Bericht von Petra Jaroslawsky

 

Seit mehr als 8 Jahren begleitete mich mein Blindenführhund Quinto Tag für Tag zuverlässig und souverän. Neben dem täglichen Weg zur Arbeit waren wir auch viel in der Stadt unterwegs. Das Treiben in einer Großstadt wie München, wo wir daheim sind, ist nicht zu unterschätzen. Es geht stressig zu auf den Straßen, und auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind meistens überfüllt. Da heißt es Nerven bewahren und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Quinto beobachtete aufmerksam und interessiert das stetige Treiben um sich herum, ohne sich von seiner Führarbeit ablenken zu lassen. Trat ihm mal ein Passant versehentlich auf den Schwanz, auf die Pfoten oder überrannte ihn sogar, was bei einem so großen Labrador wie Quinto schwer nachvollziehbar ist, ließ ihn das völlig unbeeindruckt. Er war in jeder Hinsicht zuverlässig und professionell, was letzten Endes seiner hervorragenden Ausbildung zu verdanken ist.


Aber alles hat seinen Preis. Im Laufe der Zeit merkte ich, dass er sich zunehmend schwer tat den hektischen Alltag zu verkraften. Die Freude an der Führarbeit nahm stetig ab bis er sich schließlich ganz verweigerte. Was nun? Ich entschloss mich daher schweren Herzens, ihn aus der Führarbeit zu nehmen und ihm seinen wohl verdienten Ruhestand zu gönnen.

 

 

Quinto, Labrador Rüde gelb, Führhund im Ruhestand

 

 

Bild 1: Quinto mit dem Kuschelbär

 


Keine Frage, Quinto sollte auf jeden Fall in der Familie bleiben, aber es kostete mich viele schlaflose Nächte eine optimale Lösung zu finden, wie ich das am besten bewerkstelligen kann, ohne einschneidende negative Veränderungen für Quinto in Kauf nehmen zu müssen. Meine Familie bemühte sich darum, Quinto das Rentnerdasein so angenehm wie möglich zu gestalten. Wir wechselten uns beim Gassi gehen ab und versuchten unsere Arbeitszeiten so gut es ging zu optimieren. Dennoch machte Quinto zunehmend einen unglücklichen Eindruck, weil er täglich einige Stunden alleine in der Wohnung bleiben musste. Er wurde zunehmend lustloser und wirkte sehr gelangweilt. Mir war klar, dass es so nicht weitergehen kann. Schweren Herzens entschloss ich mich nun doch, einen guten Platz für ihn zu suchen.


Glücklicherweise kam mir dabei der Zufall zu Hilfe.
Quinto lebt nun bei einem Paar in der Nähe von Passau. Dort gibt es neben einem weiteren Labrador noch zwei Kätzchen, einen großen Garten und zwei wirklich qualifizierte tierliebe Menschen, die – und das ist der springende Punkt – freiberuflich tätig sind und daher von Daheim aus arbeiten können. Neben ihrer Arbeit nehmen sie sich viel Zeit, mit den Hunden immer was Spannendes und Lustiges zu unternehmen. Nun lernt Quinto das Landleben kennen, wo er stundenlange Spaziergänge machen kann, laufen und toben, schwimmen und spielen und mit dem Auto herumgefahren wird.

 

 

Quinto, Führhund im Ruhestand, gegen Herbsthimmel

 

 

Bild 2: Quinto schaut mit Beute zwischen den Zähnen nach spannenden Sachen

 

 

Natürlich wird auch ausgiebig gefaulenzt und gekuschelt. Alles wichtige Dinge, die ein alter Hund braucht, um so lange wie möglich aktiv und fit zu bleiben. Alle Tiere kommen super miteinander aus, und ich konnte es kaum glauben, dass eine der Katzen sich ab und an mit Quinto sogar den Hundekorb teilt.

 

 

Ruheständler Quinto schläft mit der Mieze am Hals

 

 

Bild 3: Quinto und Kater MoritzZwergl schlafen friedlich zusammen gekuschelt

 


Jeden Tag bekomme ich per Mail den neuesten Bericht und auch immer wieder mal ein paar Fotos zugeschickt. So bin ich immer auf dem Laufenden und kann meinen Hund Tag für Tag gedanklich begleiten.


Sich von seinem Hund trennen zu müssen ist wahrlich keine leichte Sache, Dennoch bin ich dem Schicksal sehr dankbar, dass es uns Gerlinde und Alex geschickt hat, In deren Obhut mein Quinto optimal betreut und umsorgt wird. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass es meinem „Schnuffel“ in seinem neuen Zuhause gut geht und er seinen Ruhestand in vollen Zügen genießen darf.



Autor: root -- 25.07.2010 21:21:19


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