Toni – ein Blindenführhund mit Schirm, Charme und Melone - www.dogxaid.org

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Toni – ein Blindenführhund mit Schirm, Charme und Melone


Meine Toni, geboren am 14.04.1994, gestorben am 9.11.2009.
Rasse: Flat Coated Retriever


Auf den Blindenhund gekommen:

Als mein Vater mir erzählte, dass im niederbayerischen Rotthalmünster ein Blindenhund einen Platz an dem sie ihren Lebensabend genießen kann sucht, haben mein Lebensgefährte und ich entschieden, dass Toni die letzten Jahre ihres Lebens bei uns auf der Spindelbacher Ranch verbringen darf. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt eine junge Malamutehündin, ein sogenannter Satansbraten, der wir durch die Aufnahme von Toni, eine Art Ziehmutter zur Seite stellen wollten. Aus Erzählungen der Besitzerin wusste ich, dass Toni ein sehr ruhiges Gemüt ist und durchwegs entspannt. Genau so etwas suchten wir für unsere Malamutehündin. Das war für uns der Beweggrund einen berenteten Blindenführhund aufzunehmen.

 


Zur Vorgeschichte von Toni:

Toni hat bis ca. 11,5 Jahre eine blinde Frau geführt, die immer sehr gut zu ihr war. Jedoch musste Toni, auf Grund ihrer starken Arthrose aus dem Dienst genommen werden. So musste sich ihre Besitzerin schnell um einen Ersatz kümmern und so ersetzte ein Schäferhundrüde Toni´s Platz.


Das Leben mit Toni:

 

Toni zog Ende April 2007 bei uns ein und wirkte anfangs doch sehr eingeschüchtert und unsicher. Für sie war es eine enorme Umstellung auf einen Schlag nicht mehr „dienen“ zu müssen. Die ersten Monate war Toni mein „ständiger Schatten“. Sie verfolgte mich auf Schritt und Tritt. Nicht mal auf der Toilette war ich vor Toni sicher. Nachts schlief sie immer an meiner Seite des Bettes auf dem Boden, da konnte ich die schönsten und bequemsten Kuscheldecken auf dem Boden legen, Toni schlief immer auf meiner Seite!!!!!!!
Von der Vorbesitzerin habe ich noch erfahren, dass Toni ein kleines Manko hat. Sie hat immer ihren eigenen Dung gefressen. Das ist ein absolutes Unding und so musste sie die erste Zeit immer an die Flexleine gehen. Denn vor Toni war kein Haufen sicher nicht mal ihr eigener ;-)

 

Mit der Zeit hat sich Toni sehr viele Eigenarten angewohnt. Ich habe bei ihr sehr schnell festegestellt, dass ihr ihre ARBEIT fehlt. Die Aufgabe, die Verantwortung, das Aufpassen…das alles musste sie erst lernen abzugeben. Sie war doch nun in Rente, da kann man doch nicht immer auf alles achten.. ;-)

 

Toni hat sehr lang gebraucht, ich schätze ca. 1 Jahr bis sie richtig zur Ruhe kam, auch mal auf der Terrasse liegen blieb und nicht gleich aufsprang sobald ich ins Haus ging. Diese Veränderung fand schleichend statt. Sie hat sich schon so einige Unarten angewohnt, diese waren wirklich witzig zu erleben, wie ein solch wohlerzogener Hund auf einmal wieder zum Schlingel wird und Dinge anstellt, die man ihr so auf den ersten Blick nicht zutrauen würde.

Z.B. hat Toni nach einer Zeit angefangen, ich glaube es war im Sommer 2008 als wir auf der Terrasse saßen, sich vor uns hinzustellen und wir verrückt zu bellen. Sie hüpfte dann immer mit den Vorderpfoten nach oben. Wir wussten im ersten Moment gar nicht wie uns geschieht. Wir hatten diesen Hund noch kein einziges Mal bellen hören. Tja ich habe dann über ihren Kopf gestreichelt und ihr mit sanfter Stimmte gesagt „Na komm Toni es ist alles in Ordnung“. Für mich war in diesem Moment alles wieder in Ordnung, nur für Toni nicht…sie machte unerbittlich weiter, so als würde sie mir sagen wollen, „Hey bellen ist voll cool. Darf ich das jetzt öfters machen????“ Anfang wirkte ihr Gebelle noch etwas ungeübt, jedoch mit der Zeit hatte Toni das 3 gestrichelte C echt drauf…

Wir haben so einiges mit ihr erlebt, im Jahr 2009 z.B. hat sie angefangen sich davonzuschleichen. Wir haben sie dann immer unten im Dorf abholen müssen. Da war sie entweder auf einem Misthaufen oder im Kuhstall von Nachbar Fritz oder sie hat bei Nachbarin Gertrud die Katzenschüsseln (Milch) ausgeleckt. Also Toni war in der Hinsicht sehr einfallsreich ;-)

 

Wir hatten eine sehr schöne Zeit mit ihr, sie war unkompliziert hat sich mit jedem Hund vertragen und war einfach eine spitzen Hündin.

Was ich damit sagen will ist, Blindenhunde verändern ihr Wesen enorm, wenn man sie aus dem Dienst nimmt. Ich denke dass es auch vielen Hunden nicht leicht fällt. Erst müssen sie den Besitzer wechseln und dann haben sie auch noch ihre Aufgabe verloren.

 

Ich denke, dass ich bei Toni den Fehler gemacht hab, sie wirklich komplett in Rente zu schicken, d.h. Sie musste bei mir keinerlei Kommandos mehr ausführen, kein Sitz, kein Platz, keines mehr, weil wir dachten sie hat solange gedient da kann sie nun leben wie sie will!!!! Mich persönlich haben ihre Unarten jetzt nicht gestört, wir wohnen auf dem Land, aber man sollte doch schauen, dass die Hunde geistig nicht einschlafen.

 

 

Toni, Flat Coated Retriever Hündin  

 

 

Es war die beste Entscheidung meines Lebens, Toni bei mir aufzunehmen. Sie fehlt mir sehr und ich denke noch sehr oft an sie und ihr hibbeliges Wesen ;-)


Ruhe in Frieden meine Toni, Du hast Dir die Ruhe verdient!!!
Deine Alex



Autor: root -- 30.04.2012 13:48:38


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