Spätsommer in den Schladminger Tauern - www.dogxaid.org

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Spätsommer in den Schladminger Tauern


- Hüttenwochenende 2012 über der Baumgrenze, 07. bis 09.09.2012


Es ist kühl geworden die letzten paar Tage. Wir sitzen bei loderndem Holzofenfeuer am Esstisch daheim und erinnern uns an die Wandererlebnisse des letzten Wochenendes:
Wir wussten schon, dass Dogxaid im Herbst wieder eine Wanderung mit sehenden und blinden Menschen und deren Hunden anbieten würde und mussten uns nicht lange überreden lassen.


Nach der Anmeldung bekamen wir die notwendigen Infos zur Anfahrt, zum Treffpunkt, zur Hütte etc. per mail, sodass wir gut informiert ins Wochenende aufbrechen konnten: Der Treffpunkt für die mit dem Auto anreisenden Wanderer war die Vögeialm, Nähe Forstau.

    

Wandertreffpunkt auf dem Parkplatz

    

Bild 1: Wanderer am Treffpunkt Parkplatz 


Auf der kilometerlangen Schotterstraße hatten wir immer wieder Zweifel, ob es tatsächlich der richtige Weg war. Gott sei Dank ging es auch Albert und Werner so, die wir auf dem Weg getroffen hatten. Gemeinsam kämpften wir uns dann bis zur Alm voran, wo die anderen Teilnehmer bereits auf uns warteten. Azad, Jacqueline und Annette waren mit dem Zug und dem bestellten Hüttentaxi gekommen, Alex und Peggy, die beiden Franz, Annemarie und Christian begleiteten das Hüttentaxi zur Alm. Wir steckten das komplette, sperrige Gepäck in das Taxi und schickten das voraus hinauf zur Oberhütte.


Wir selber (13 Mann, 2 Hunde) hatten nur noch unseren Proviant im kleinen Rucksack und konnten so im gemütlichen Tempo ca. zwei Stunden bergauf zur Oberhütte wandern.

    

Wanderer hintereinander auf dem Waldweg

    

Bild 2: Wanderweg durch den Wald zur Oberhütte 


Der Weg war breit und auch für die vier Blinden, die jeweils von einem Sehenden geführt wurden, leicht zu bewältigen. Die beiden Hunde, Ella und Grace, konnten sich austoben und fast den ganzen Weg frei laufen.

    

Endlich oben angekommen, ging schon die Sonne unter und alle freuten sich auf ein leckeres Abendessen. Bei einer guten Flasche Rotwein ließen wir den Tag stimmungsvoll ausklingen. Satt, zufrieden und müde gingen alle nach und nach ins Bett, um für den nächsten Tag fit zu sein.

    

Noch vor dem Frühstück am frühen Samstagmorgen mussten die Hunde eine kleine Runde raus, damit sie sich den ersten vollen Napf verdienten. Um 7:00 Uhr fanden sich die Menschen, alle ausgeruht und motiviert, in der Gaststube wieder und genossen das Frühstück mit selbstgemachtem Brot, selbstgemachter Marmelade und Butter aus der Milch der eigenen Almtiere.

    

Gestärkt für die anstehende Wanderung starteten wir um 9:00 Uhr in Richtung Kalkspitze. Die Alm liegt auf 1.860 Meter und um unser Ziel zu erreichen mussten wir auf 2.471 Höhenmeter aufsteigen. Auf unserem Weg begegneten wir Kühen, welche jedoch relativ unbeeindruckt von uns sowie den Hunden waren, Murmeltieren und auch anderen Bergsteigern. Wir mussten einige schwierige Passagen überwinden, aber gemeinsam waren diese auch für die Blinden gut zu meistern.

    

Steile Kletterstelle am Fels

    

Bild 3: Franz hilft Jacqueline, Grace schaut zu, Christian kommt von unten nach

    

Enges Wegstück mit zwei schwierigen Stellen

    

Bild 4: Zwei Engstellen im Bild, gemeinsam gemeistert

    

Wanderer vor Schneefeldern auf dem letzten Winter

    

Bild 5: Zwei mal zwei Wanderer über Schneefeldern vom letzten Winter

    

Mit der einen oder anderen Trinkpause erreichten wir um ca. 12:30 Uhr die Akarscharte mit 2.315 m zwischen der Steirischen und der Lungauer Kalkspitze, wo wir Brotzeit machten und uns die Sonne auf den Bauch scheinen ließen.

    

Pause auf einer Ebene vor dem Felsen  

    

Bild 6: Rast auf dem höchsten Punkt der Wanderung 

    
Wanderer auf dem höchsten Punkt der Tour
    

Bild 7: Gruppenbild mit "Steinmanderl"

    

Franz sucht das Handynetz: Vergeblich

    

Bild 8: Über der Baumgrenze ist es ruhig und friedlich, es gibt kein Handynetz

    

Wir beschlossen, nicht weiter hoch zu gehen, um noch vor der Dunkelheit zurück zu sein.

Nachdem wir ca. eine Stunde pausierten, machten wir uns wieder an den Abstieg.

    

Annemarie, Peggy und Ella auf dem Weg nach unten

    

Bild 9: Annemarie mit Peggy und Ella gehen voraus nach unten 

    

Grace huschte an allen vorbei und war oft schon weit voraus, kam aber doch hin und wieder zurück, um nach ihrem Frauchen zu sehen. Ella hingegen wollte Peggy, ihr Frauchen, gar nicht aus den Augen lassen. Führhund mit Leib und Seele eben.

    

Auch beim Abstieg gab es keine großen Probleme, da alle zusammen halfen und jeder gut herunter klettern konnte.

Ein paar Pausen mussten natürlich wieder sein.

    

Peggy liegt in der Sonne und lacht  

    

Bild 10: Peggy liegt in der Spätsommersonne im Gras und lacht


Der Abstieg ging viel schneller als der Aufstieg, gegen 16:00 Uhr erreichten wir schon den Oberhüttensee.

Am See machten wir ein letztes Mal Rast, nahmen unser Gipfelwasser und probierten uns durch die mitgebrachten Leckereien.

    

Wanderrast mit Hundetoben  

    

Bild 11: Letzte Rast am See, die Hunde spielen immer noch

    

Die beiden, anscheinend noch nicht ausgetobten  Hundemädels rannten, badeten und freuten sich immer wieder zu einem anderen Zweibeiner zu kommen, und sich dort trocken zu reiben.

    

Hungrige Hunde ganz nah bei den Menschen

    

Bild 12: Die Hunde versuchen aber auch, die Menschen zum Teilen zu überreden

    

Schließlich freuten sich alle auf eine heiße Dusche und ein tolles Abendessen. Es gab Suppen, Brotzeiten, Deftiges und auch süße Mehlspeisen, sozusagen war für jeden etwas dabei. Wir genossen den Abend in einer geselligen Runde mit vielen Gesprächen und lustigen Geschichten. Erschöpft und müde von der anstrengenden Wanderung ging einer nach dem anderen ins Bett. Einzig das Schnarchen eines Wanderers kostet so manchen den Schlaf.

    

Nach einem zweiten gemütlichen Frühstück am Sonntagmorgen machten sich alle daran, ihre Sachen zu packen und sie dem Hüttentaxi wieder zur Abholung bereit zu stellen. Gegen 10:00 Uhr wanderten wir auf der Forststraße nach unten zur Vögeialm. Dies ging allen leicht von der Hand bzw. den Beinen.

    

Unten angekommen waren alle froh, das Wochenende ohne Blessuren und Muskelkater überstanden zu haben und verteilten ihr zwischengelagertes Gepäck auf die einzelnen Fahrzeuge.

    

Musste so sein, wir kauften uns zum Abschluss auf der Vögeialm noch eine letzte, gemeinsame Brotzeit, als Stärkung für die nachfolgende Fahrt auf der Schotterpiste.


Wir haben viel erlebt, erzählt, gelacht und neue Eindrücke gewonnen.
Auf jeden Fall werden wir das  Hüttenwochenende 2012 als gute Erfahrung in Erinnerung behalten.

    

(c) Text und Fotos: Dogxaid e.V.



Autor: root -- 02.11.2012 11:47:24


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