Alltag ade - Zeit für Natur pur!!! - www.dogxaid.org

Inhalt Rechts

Rechte optische Spalte

Inhalt Mitte



Hauptinhalt

Alltag ade - Zeit für Natur pur!!!

    

Es ist September. Der Herbst sitzt in den Startlöchern. Es kühlt abends schnell ab und wird auch früher dunkel. Eigentlich eine Zeit, der man ungern entgegen fiebert. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.
… So auch bei uns, denn schließlich reden alle im Vorjahr dabei gewesenen schon seit September 2010 vom Hüttenwochenende 2011!

    

Abendstimmung im Gasteiner Tal

    

Bild 1: Abendstimmung im Gasteiner Tal

    

In bereits bewährter Kombination wurde dieses von Dogxaid e.V. organisiert und von Bergfreunden des Deutschen Alpenvereins/Sektion Pocking begleitet.
Dank Alberts Tipp und Vermittlung entführte uns die diesjährige Tour ins landschaftlich wunderschöne Gasteiner Tal. Dort bezogen wir zu zehnt plus vier Hunden vom 09. bis 11.09. auf der in 1.743 m Höhe gelegenen Rastötzen Alm Quartier und erschlossen uns zu Fuß die Umgebung.
 
Aus der lustigen Vorjahrestruppe waren Frank, Jacqueline mit Blindenführhündin Grace, Franz, Sascha mit Blindenführhund Bruno, Alexander sowie Peggy mit Blindenführhündin Ella dabei.
Leider mussten Albert und Christian ihre Teilnahme kurzfristig absagen. Werner, Helga und Eduard sprangen für sie ein. Weitere Neulinge im gemischten Wanderrudel waren das Führgespann Britta mit Beauty.
Werden die Erwartungen aller erfüllt? Wie passt die Gruppe zusammen? Ist auf die begleitenden Erstmitwanderer Verlass? Läuft alles reibungslos? Haben wir mit dem Wetter Glück?
… Fragen über Fragen, deren Antworten wir allen interessierten Weiterlesern gern geben.
 
Alltag ade – Zeit für Natur pur!!!
 
Freitag, 09.09.2011
 
Frank trifft gegen 10:00 Uhr - pünktlich zum Spätfrühstück - in Tettenweis ein.
Gut 1 ½ Stunden später ist unser Gepäck sicher im Auto verstaut. Für Frank, Alex, S’Ellchen und mich bleibt noch genügend Platz.
Gerlinde, Mowgli und Tiger verabschieden uns. Dann kann’s losgehen!
 
Begleitet von Sonnenschein vergeht die ca. 2 ½-stündige Fahrt unterhaltsam und schnell.
Unterwegs erreicht uns ein Anruf von Sascha – das Vierergespann wird wegen vergessener Medikamente erst 17:28 Uhr, also zwei Stunden später als vorgesehen, eintreffen.
Na, das geht ja schon mal gut los … Und kostet – da sind wir uns im Auto einig - ‚ne Extra-Runde, wenigstens für diejenigen, die sich zum Warten bereit erklären.
 
In Bad Hofgastein angekommen, genießen wir vier einen gemütlichen Spaziergang durch den Park.
Dann holen wir 15:30 Uhr Britta und Beauty am Bahnhof ab. Bei Beauty und Ella stimmt die Chemie offenbar sofort – typisch Labi… Doch für’s miteinander Toben müssen sich die zwei Felligen noch etwas in Geduld üben.
Wie vereinbart, kommt das Hüttentaxi auch zum Bahnhof und wir verstauen dort unser Gepäck.
 
Weiter geht’s zum Annen-Café. Franz, Werner, Helga und Edi warten schon auf uns.
Das restliche Gepäck wird ins Hüttentaxi umgelagert und hinauf zur Rastötzen Alm transportiert.
 
Helga, Britta, Edi, Franz und ich nehmen gegen 16:30 Uhr mit Beauty und Ella den Aufstieg in Angriff. Wir benutzen die gut begehbare Almstraße, haben einige Kuhsperren zu passieren und insgesamt knapp 700 Höhenmeter zu bewältigen. Es geht konstant und teilweise serpentinartig bergauf. Das kostet recht viel Kraft und ich verfluche meine „tolle" Kondition und meine Schuhe, die mir – obwohl schon jahrelang eingelaufen – an der linken Ferse sicherlich eine Blase bescheren werden. Wir legen immer wieder kurze Pausen zum Verschnaufen und Trinken ein.
Nur selten begegnen uns Rad- oder Autofahrer, Wanderer usw. Deshalb bekommen Beauty und Ella Freilauf, den sie, teilweise spielend, genießen. Nur ein kurzes Stück leinen wir beide an, um gefahrlos an einer auf dem Weg stehenden Kuh vorbei zu kommen.
Schließlich ist noch ein kleiner Bach zu überqueren, doch das stellt niemanden vor ein Problem.
Dann liegt sie vor uns: die Rastötzen Alm, ein 2-stöckiges Holzhaus. Davor ein eingezäunter Bereich mit Sitzgelegenheiten und Sonnenschirmen. Neben der Eingangstür plätschert ein kleiner Brunnen.
 
Wir werden von Gabi – sie ist gebürtige Schwerinerin und betreibt die Rastötzen Alm im achten Sommer - herzlich willkommen geheißen. Freund Heinz, ein Einheimischer, geht ihr am Wochenende helfend zur Hand.
Wir trinken zunächst im Freien erst einmal etwas Kühles.
Beauty und Ella scheinen noch genügend Kraftreserven zu haben. Beide vergnügen sich ausgelassen mit Arkon. Das ist Gabis 2-jähriger Husky-Schäferhund-Mischling.
 
Werner, Frank und Alex haben gezwungenermaßen gewartet. Kurz nach 20:00 Uhr tauchen sie mit den „Nachzüglern" im Schlepptau auf. Sie werden ebenso herzlich in Empfang genommen.
Wir haben es uns zu dieser Zeit schon in der Gaststube gemütlich gemacht, denn es hat sich inzwischen merklich abgekühlt.
 
Mit leckerem Eintopf – sehr zu empfehlen ist die Käspressknödelsuppe – und frischem Brot stillen wir unseren Hunger. Gekocht wird über knisterndem Feuer, denn auf der Rastötzen Alm gibt es keine Stromversorgung. Das macht das Hüttenerlebnis so richtig urig!
 
Nachdem die Hunde ebenfalls versorgt sind, inspiziert Bruno das Außengelände der Rastötzen Alm.
Hinter dem Haus sind ein leerer Kaninchenkäfig und der Schweinestall, in dem „Schnitzel 1" und „Schnitzel 2" ihrem Schicksal entgegen zittern, wie uns Gabi wissen lässt. Aha, wahrscheinlich war’s das, was Bruno in der Nase hatte…
Die Kühe, die zur Almhütte gehören, sind schon ins Winterquartier herabgetrieben worden. Schade eigentlich! Doch dann wäre unsere Nachtruhe vermutlich aufgrund des Generators, der für das Melken benötigt wird, ziemlich früh beendet gewesen.
 
Schließlich beziehen wir in der ersten Etage des Hauses, wo sich auch ein WC und die Waschmöglichkeiten befinden, unsere drei mit Doppelstockbetten ausgestatteten Zimmer. Da sich Grace auf dem Weg zur Rastötzen Alm in etwas Stinkendem gewälzt hat, verhilft sie dem Vierergespann zu einem eigenen Zimmer.
Wie schon im letzten Jahr auf der Weißenhof Alm, sind wir hier ebenso die einzigen Übernachtungsgäste.
 
Der Tag klingt bei lockeren Gesprächen in netter Runde aus. Gabi, Heinz und Jäger Sigi, der uns mit seinem alten Motorrad schon auf dem Weg nach oben begegnet ist, gesellen sich zu uns.
Gabi hat erzählt, dass die Hirsche gerade in der Brunft sind. Doch leider ist es uns weder bei der letzten Gassirunde an diesem noch am nächsten Abend vergönnt, Ohrenzeuge der entsprechenden Lautäußerungen zu werden.
  
Samstag, 10.09.2011 


07:00 Uhr – höchste Zeit, aus dem Hüttenschlafsack zu kriechen. Auf uns wartet schließlich ein toller Tag, der mit Erlebnissen und vielleicht auch neuen Erfahrungen gefüllt werden will!
Bruno, Beauty, Grace und Ella zieht es ohnehin gleich nach draußen. Sie tauschen Verdautes gegen neues Futter ein und lassen sich von ihren Nasen über die taufrische Wiese leiten.
Wir genießen derweil die klare Luft und die Stille hier oben. Das ist – eingebettet in das Rauschen des Baches – einfach wohltuend!
 
Nachdem also die Vierbeiner satt und zufrieden sind, stärken auch wir uns beim leckeren Frühstück. Es gibt frisches Brot, Käse, geräucherten Schinken und Marmelade aus hauseigener Herstellung.
Nebenbei schmieden wir den Plan für die anstehende Bergetappe. Vom Besteigen des Gamskarkogel, dessen Gipfel in 2467 m Höhe gelegen ist, rät uns Gabi ab. Da oben wird heute eine Bergmesse zelebriert. Im Klartext: Dort werden viele Leute hinpilgern. Sicherlich mag dies sehr eindrucksvoll sein… Aber zum Einen steht uns der Sinn ganz und gar nicht nach „Völkerwanderung" und zum Anderen müssten die Hunde dann auf Freilauf verzichten.
Wir werden uns schnell einig und entscheiden uns für die Schmalzscharte als Wanderziel. Laut unserer Gastgeberin soll es da hinauf auch breite Wege geben.
Bevor es losgeht, werden am Brunnen noch die Trinkvorräte aufgefüllt. Ebenso unverzichtbar für das Tagesgepäck ist der Sonnenschutz - das strahlende Blau des Himmels kündigt einen herrlichen Spätsommertag an.

    

Die ersten Wanderer sind startklar vor der Hütte  

    

Bild 2: Erste Wanderer bereits startklar


Optimal ausgerüstet ziehen wir gegen halb zehn frohen Mutes los.
Zunächst überqueren wir über den Holzsteg den kleinen Bach und schon geht es auf etwas unebenem Untergrund bergauf.
… Irgendwo müsste unser Wanderweg zur Schmalzscharte abzweigen. Doch er ist nirgends zu sehen. Oder haben wir ihn einfach nur verpasst? Alex und Frank wollen die Lage peilen und kehren um. Uns ist somit eine erste kurze Verschnaufpause vergönnt. Dann heißt es tatsächlich: Kommando zurück. Also wieder ein Stück bergab und dieses Mal an der richtigen Stelle abbiegen.
 
Der weitere Weg schlängelt sich permanent nach oben. Reich an Kurven und Serpentinen zieht er – fast durchgängig schmal und ziemlich uneben - seine Bahn mitten durch die wunderschöne Berglandschaft. Auch sind einige Bachläufe zu überwinden und an einer Stelle unsere Kletterkünste gefordert. … Aha, das versteht Gabi also unter breiten Wegen. ;-)
Hin und wieder legen wir bis zum Ziel mehrere Trink- und zwei Rastpausen zur Stärkung ein.

    

Britta stärkt sich mit einem Schluck aus der Isolierflasche  

    

Bild 3: Britta vor ihrem langen Schatten

    

Die Sonne meint es inzwischen fast zu wunderbar mit uns. Da hier oben nur noch Latschenkiefern am Wegrand stehen, sind wir ihr schattenlos ausgesetzt. Das erschwert den Aufstieg zusätzlich und der Körper verlangt entsprechend immer öfter nach Flüssigkeit. Jedenfalls empfinde ich es so.
Noch haben wir ein ziemliches Stück des Aufstieges zu bewältigen.

    

Wanderer paarweise mit Hund  

    

Bild 4: Aufstieg in der warmen Herbstsonne

    

Während die anderen schon ziemlich weit voraus sind, fühle ich mich manchmal an der Grenze meiner Kraftreserven. Neben der brennenden Sonne sind daran wohl auch meine „gute“ Kondition, die gestern gebildete Blase und ein unerklärliches Stechen in der Oberschenkelhalsgegend, das ich bei jedem Auftreten rechts spüre, die Hauptschuldigen daran.Alex fragt irgendwann, ob ich umkehren möchte. Aufgeben? Nein! … Die Leitkuh lässt doch ihre Herde nicht im Stich! Also beiße ich die Zähne zusammen und weiter geht’s.

    

Peggys müder Wanderfuß

    

Bild 5: Peggys müder Wanderfuß

    

Kurz vor 13:00 Uhr ist es geschafft: Wir haben alle den Gipfel der Schmalzscharte erreicht und können stolz auf diese Leistung sein!!!

    

Wanderer am Grat bergab zum Rastplatz  

    

Bild 6: Die letzten schweren Schritte bis zur Gipfelrast


Hier oben – auf 2159 Meter Höhe – genießen wir eine ausgiebige Pause, die sich jeder redlich verdient hat. Im Grünen sitzend, machen wir bei herrlichstem Sonnenschein Picknick.
Die Natur hüllt sich in ziemliches Schweigen. Kaum ein Vogel ist zu hören, keine Kuhglocken zu vernehmen, ganz zu schweigen vom Pfeifen der „Mörmels". Es ist windstill und auch kein entfernter Autolärm dringt zu uns herauf. Einfach schön diese „Insel" der Stille!
Beauty, Bruno, Grace und Ella lassen uns beim Essen natürlich nur selten aus den Augen.

    

Peggy, etwas müde, ißt einen Apfel  

    

Bild 7: Peggy gönnt sich einen Gipfelapfel

   

Bruno erholt sich im Schatten  

   

Bild 8: Bruno behält die Situation im Auge

    

Doch auch die verbleibende Pausenzeit wissen sie gut auszufüllen. Sie dösen vor sich hin, spielen ein wenig miteinander oder schauen sich interessiert die Umgebung an.

    

Verschnaufpause am Wegkreuz  

    

Bild 9: Verschnaufpause im Gras

    

Zu guter letzt wird an dieser Stelle natürlich noch ein entsprechender Bildnachweis vom gemischten Wanderrudel festgehalten:

    

Gruppenbild mit den Hunden

    

Bild 10: Gruppenbild mit Hunden


Dann kehren wir mit aufgetankten Kräften und frischer Energie der Schmalzscharte den Rücken zu.
Der Abstieg – wir nehmen die gleiche Strecke wie aufwärts - erscheint weniger anstrengend. Trotzdem heißt es für alle, auf die Schritte zu achten, denn lose Steine, unförmige Grasbüschel, unterschiedlich hohe „Treppen", das Überqueren von Bächen sowie die Einstiege in schmale Hohlwege können einen durchaus hin und wieder ins Rutschen bringen. Das geht manchmal überraschender als man denkt, stimmt’s lieber Alex? ;-) Wir kommen trotzdem zügig voran. Auch unsere Lachmuskeln bleiben in Schwung.
Lediglich vor dem letzten Teilstück gönnen wir uns nochmal eine kurze Getränkepause.
Die Rastötzen Alm ist fast erreicht, als endlich auch die Murmeltiere etwas von sich hören lassen.
 
Etwa 15:15 Uhr ist unsere Tour beendet. Wir haben den Rückweg in einer recht kurzen Zeit bewältigt.
Hinter uns liegt eine anspruchsvolle Wander-Etappe, die wir gemeinsam gemeistert haben.
Sascha, Britta, Jacqueline und ich hatten – und das trifft für die gesamte Zeit zu – stets einen der sehenden Freunde als Weggefährten an unserer Seite. Sie haben äußerst umsichtig und absolut zuverlässig geführt, hatten zudem noch ein wachsames Auge auf die Hunde.
Dass Bruno, Beauty, Grace und Ella dadurch ihre Freizeit genießen konnten, ließen sie sich natürlich nicht zwei Mal sagen. Sie sortierten sich irgendwo in der Truppe ein. Aber sie gingen auch gern mal ein Stück auf eigene Entdeckungstour, ohne sich jedoch zu weit von uns zu entfernen. Grace bevorzugte dabei z.B. eine „Meditation" in einem ausgetrockneten Wasserlauf und Ella eroberte einen Brunnen. Auf Wälzereien im großen Stil verzichteten die Felligen in diesem Jahr glücklicherweise.

    

Ellchen im hölzernen Brunnen  

    

Bild 11: Ellchen im kühlen Nass


Jetzt steht uns der Sinn erstmal nur noch nach gemütlichen Schattenplätzen, kalten Getränken und frisch gebackenen Buchteln… Bruno, Grace, Beauty und Ella schlummern derweil ausgepowert vor sich hin.

    

Nach der Wanderung in der Abendsonne vor der Hütte

    

Bild 12: Nach vollbrachtem Tagwerk in der Abendsonne vor der Hütte

    

Die nächsten Stunden verbringt jeder ganz individuell: Manch einer klinkt sich für einen Erholungsschlaf aus, andere sind im Zimmer in angeregte Gespräche vertieft. Ich entscheide mich dafür, mit einigen anderen unserer Truppe gemütlich vor der Almhütte zu entspannen. Auch uns geht der Gesprächsstoff nicht aus. So genießen wir einfach bei Sonnenschein die Atmosphäre um uns herum und lauschen der Natur. Zwischen die Stimmen der Leute, das Zwitschern der Vögel und das Rauschen des Baches mischt sich irgendwann für eine Weile der Klang mehrerer Kuhglocken. Eine kleine Gruppe kommt auf ihrem Weg direkt bis an das Eingangstor der Rastötzen Alm heran. Herrlich - so kann man den Alltag hinter sich lassen!
 
Da es noch ziemlich mild ist, können wir uns – während die Sonne langsam unter geht – das
Abendessen im Freien servieren lassen.
Doch dann wird es – wie schon am Vortag – mit einem Mal spürbar kälter.
Wir ziehen uns deshalb in den urigen Gastraum der Rastötzen Alm zurück. Dort dürfen wir Vogelbeerschnaps kosten und lassen den Tag gemeinsam mit Gabi und Heinz fröhlich ausklingen.
 
Sonntag, 11.09.2011
 
Auch heute starten wir gut gelaunt gegen 07:00 Uhr in den Morgen.
Grace, Beauty, Bruno und Ella freuen sich natürlich, dass sie ins Freie können. Logisch, denn dort wird schließlich die Fütterung der Raubtiere vollzogen.
 
Währenddessen bereitet Gabi das wiederum hervorragende Frühstück für die gleichfalls hungrigen Menschen vor. Dieses lassen wir uns in gemütlicher Runde schmecken.
Das anschließende Packen unserer Rucksäcke ist in wenigen Minuten erledigt (wenn’s doch mal vor der Anreise auch so schnell gehen würde…)
 
09:30 Uhr. Bei wiederum tollem Wetter brechen wir zu einem lockeren Spaziergang auf.
Wir folgen dem gut begehbaren Forstweg ein ganzes Stückchen aufwärts. Bei kleinen Zwischenstopps lassen wir das Naturgeschehen auf uns wirken, betrachten auch einige Bäume und Steine näher. Die Hunde genießen derweil ihren Freilauf, toben durch’s Wasser und „kämpfen" voller Eifer um so manchen herumliegenden Ast. Bruno stöbert schließlich einen Rehrücken auf.
Doch er hat die Rechnung ohne Frank gemacht. Dieser reagiert schnell, „kickt" das Objekt der Begierde weit weg und vermasselt Bruno so das zweite Frühstück.

    

Brunos Rehrücken  

    

Bild 13: Franks Fuß an Brunos fetter Beute


Als wir gegen 11:00 Uhr an der Rastötzen Alm zurück sind, ist das Hüttentaxi bereits da.
Wir verladen zunächst unser großes Gepäck. Dann bleibt noch etwas Zeit für einen gemeinsamen Kaffee o.Ä. im Freien.
Da Britta und Beauty die längste Rückreise aller vor sich haben, werden sie vom Hüttentaxi mitgenommen und vom Fahrer in Bad Hofgastein zuverlässig zum Zug gebracht.
 
Auch uns erfasst nun allmählich die Aufbruchstimmung. Wir verabschieden uns herzlich von Gabi und Heinz und machen uns auf den Weg.

    

Abstieg am Sonntag Mittag

    

Bild 14: Abstieg ins Tal


Für die Strecke zum Parkplatz in Bad Hofgastein wählen wir – wie schon am Freitagabend – die Almstraße. Fröhlich und von Sonnenschein begleitet lassen wir Höhenmeter um Höhenmeter hinter uns.
Nur ein Mal kreuzt eine kleine Herde Kühe unseren Weg. Etwas Unsicherheit kommt auf. Diese legt sich aber schnell, denn Franz und Helga meistern die Situation souverän: Sie vertreten Albert als Kuhflüsterer absolut würdig, reden beruhigend auf die Leitkuh ein und lenken sie ab.
Somit können wir mit den angeleinten Hunden ruhig und ohne Risiko vorbei laufen.
Obwohl der Abstieg nicht beschwerlich ist, halten wir gelegentlich zum Krafttanken an.
Rache ist süß, denkt sich Bruno und klaut Frank, der beim Weiterlaufen ins Gespräch vertieft ist, den restlichen Apfel aus der Hand. … So ein Schlitzohr! ;-)
Am Parkplatz angekommen, halten wir uns nicht lange auf.
Menschen, Tiere und das kleine Gepäck werden auf alle Autos verteilt.
Nun geht’s auf nach Niederbayern.

    

Rückblick auf ein gelungenes Herbstwochenende  

    

Bild 15: Rückblick auf ein gelungenes Herbstwochenende in den Gasteiner Bergen

    

Vorher holen wir an der Rezeption der Europa-Therme in Bad Hofgastein unsere Rucksäcke etc. ab. Der Fahrer des Hüttentaxis hatte vereinbarungsgemäß alles zur „Zwischenlagerung" dort abgestellt. Auch dies lief insgesamt äußerst zuverlässig.
 
Fast zeitgleich treffen alle drei Autos in Tettenweis bei Gerlinde, Mowgli und Tiger ein.
Nachdem alles ausgeladen ist, verabschieden sich Frank, Franz, Werner, Helga und Edi von uns.
Von den Hunden bekommen wir für den Rest des Tages nicht mehr allzu viel mit, sie verschlafen die meiste Zeit. Hin und wieder verbündet sich Bruno mit Tiger, um im Haus auf „Beutejagd" zu gehen.
Sascha, Alex, Gerlinde, Jacqueline und ich genießen den lauen Sommerabend bei einem großen Topf Chili con Carne auf der Terrasse und berichten ausführlich, wie es uns in den Bergen ergangen ist.
 
Montag, 12.09.2011
 
Mit einem Spätfrühstück haben wir unser diesjähriges Hüttenwochenende eingeleitet.
So lassen wir es auch ausklingen. Albert leistet uns dabei Gesellschaft. Zu erzählen gibt es reichlich, denn er möchte natürlich gern wissen, was wir während des Wochenendes auf der Rastötzen Alm erlebt haben und wie es uns dort gefallen hat.
 
Fazit
 
Wir blicken zufrieden auf dieses rundum gelungene Freizeiterlebnis zurück.
Jeder – egal, ob erstmals oder wiederholt dabei – konnte neue Erfahrungen sammeln und interessante Einblicke gewinnen.
Unsere sehenden Begleiter, die zum ersten Mal mit uns unterwegs waren, schauten Frank, Franz und Alex [den „alten Führhasen" ;-)] anfangs zu, ergriffen aber sehr schnell selbst die Initiative und brachten sich - auch Dank der hilfreichen Hinweise der Nichtsehenden -, locker in die Gruppe ein. Während Helga und Werner in der Hinsicht vollkommen engagiert, aufgeschlossen und unverkrampft waren, wahrte Edi insgesamt Distanz.
 
Trotzdem ist das Konzept, das Dogxaid bei all seinen Aktivitäten immer wieder ganz bewusst umzusetzen versucht, aufgegangen. „Gemischte Doppel" (blind – sehend) wurden an allen drei Tagen hin und wieder neu zusammengesetzt. Dies nicht nur beim Wandern, sondern insbesondere auch im Rahmen des gemütlichen Beisammenseins.
Dies tut allen gut und ist die beste „Medizin" gegen Vorurteile!!!
 
Buchautor Hartmut Gagelmann bringt es in seiner Erzählung „Kai lacht wieder" auf den Punkt.
Dem ist – das haben unsere bisherigen Erfahrungen gezeigt - nichts hinzuzufügen:
„Behinderte sind nur da, wo andere sind, die ihnen diesen Namen geben."


Text: Peggy Jacob
Bilder: Frank Spänig und Alexander Spörr
© Dogxaid e.V.



Autor: root -- 20.02.2012 18:11:37


Dieser Artikel wurde bereits 38680 mal angesehen.



.