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Dogxaid Vertreter beim Seminar im BFW Würzburg

 

Würzburg, 12. und 13. Juni 2010

 

Das 1. Seminar der Blindenführhundschulen Katharina Richter und Maik Schubert Thema „Blindenführhunde und Hundehaltung - Informationen für „alte Hasen“ und zukünftige Blindenführhundhalter fand im BFW Würzburg (Berufsförderungswerk) statt.

 

 

Zur Örtlichkeit:

 

Das Seminar fand auf dem Gelände des BFW Würzburg statt. Auf dem Areal kann man sich als Blinder oder Sehbehinderter sehr gut orientieren. Die Zimmer sind sehr sauber und entsprechen dem herkömmlichen Standard. Auf dem Gelände befindet sich eine Gaststätte (Der Rote Punkt), wo wir uns jeden Abend zum Essen und Plaudern zusammensetzten.

 

 

Zum Seminar:

 

Am Freitagabend saßen wir auf der Terrasse, was sich ja wegen des schönen Wetters geradezu aufdrängte. Es war eine gute Gelegenheit, sowohl alte Bekannte zu treffen, als auch neue Gesichter kennen zu lernen. Am Samstag nach dem Frühstück begannen die ersten Seminareinheiten. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, denn es fanden parallel zwei Seminarschwerpunkte statt. Zum einen ein Info-Seminar für Führhundeinteressenten, zum Anderen für die "alten Hasen", die bereits einen Führhund besitzen. Ich war ausschließlich bei den Führhundehaltern dabei.

 

Seminarteilnehmer Würzburg Juni 2010

 

Bild 1: Gruppenbild mit Hunden 

 

Der erste Teil beschäftigte sich mit Hundephysiotherapie. Die Schwerpunkte der Physiotherapie liegen in der Schmerzlinderung, Muskelaufbau, Gelenkmobilität, Gelenkentlastung sowie das Antrainieren und Bewusstmachen physiologischer Bewegungsabläufe. Bei vielen Krankheiten der Hunde entstehen schmerzbedingte Schonhaltungen, die wiederum meist auf lange Sicht gesehen, weitere Schädigungen hervorrufen können. Ein weiterer Schwerpunkt der Physiotherapie ist somit auch die Vorsorge von Folgeerkrankungen. Die Physiotherapie ist ein eigenständiges Feld und ersetzt auf keinen Fall die Arbeit von Tierärzten, Tierheilpraktikern, Tierhomöopathen und Tiertrainern. Besonders interessant war die Information, dass man beim Spielen mit seinem Hund bestimmte Regeln beachten kann, um Verletzungen oder Verspannungen vorzubeugen. Uns wurde erklärt, dass das Spielen mit dem Ball durchaus Dauerschäden für den Hund nach sich ziehen kann, wenn man den Ball zu hoch hält oder wirft. Der Hund ist dadurch gezwungen ständig nach oben zu schauen und dies ist wiederum für die Nackenmuskulatur und auch für die Wirbelsäule sehr belastend und kann zu Folgeschäden führen.

 

Nach einer kurzen Pause war ein Vortrag eines Tierarztes dran. Er erklärte uns anschaulich die Anatomie des Hundes, warnte uns davor, die Ohren mit einem Wattestäbchen zu reinigen, und informierte uns, welche Krankheiten es bei Hunden allgemein gibt und wie diese zu behandeln sind. Nach dem Vortrag durften Interessierte bei ihren Hunden Verbände anlegen, Fieber messen und den Puls fühlen.

 

Am Nachmittag referierte eine Hundetrainerin über sinnvolle Freizeitgestaltung mit dem Vierbeiner. Der reine Vortrag hätte den sehbehinderten und blinden Teilnehmern mehr bringen können, wäre er mehr durch praktische Übungen und Spiele ergänzt worden. Schließlich fördert Spielen gerade die, in dem Fall so wichtige Bindung, zwischen Mensch und Hund ungemein.

 

Am Abend wurde dann wieder eifrig geplaudert und diskutiert.

Am Sonntag Vormittag ging's auf den Sportplatz, der den Hunden die Möglichkeit bot, Stress abzubauen, sich ordentlich auszutoben und miteinander zu spielen. Das war echt schön zu sehen, wie 15 Labis von fast weiß über goldbraun, schokobraun und schwarz herumtobten. Der Sportplatz ist eingezäunt und so brauchte man keine Angst zu haben, dass der eine oder andere Hund sich unbemerkt verdrückt.

 

Hektor mit Herrchen auf dem Sportplatz  

 

Bild 2: Hund mit Herrchen auf dem Sportplatz

 

Nach dem Mittagessen dann wurde ein Resümee gezogen, wie das Seminar angekommen ist. Es ist halt nicht immer ganz einfach, allen Teilnehmern gerecht zu werden, zumal alle einen anderen Wissens- und Erfahrungsstand haben. Aber so allgemein gesehen, hat es mir persönlich sehr gut gefallen, vor allem, weil es überhaupt keinen Stress zwischen den Hunden gab und alle liebevoll und doch klare Regeln einhaltend, mit ihrem Hund umgingen.

 

Für mich war es eine gute und wertvolle Erfahrung und ich bin sehr froh, dass ich dabei sein durfte.

Petra Jaroslawsky

 

Bilder mit freundlicher Unterstützung  von Maik Schubert,
Blindenführhundschule Maik Schubert



Autor: root -- 03.08.2010 16:31:09


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